Ndiaye ohne Vertrag: Warum er trotzdem für Bayern spielt
Bara Sapoko Ndiaye ist eine der merkwürdigsten Figuren der Bayern-Vorbereitung 2025/26. Der kicker berichtet, dass der senegalesische Mittelfeldspieler offiziell nicht mehr bei den Münchnern unter Vertrag steht – und trotzdem am Dienstag im Testspiel gegen den südkoreanischen Erstligisten Jeju SK auf dem Platz stand. Schon beim ersten Vorbereitungstest gegen den FC Rottach-Egern war Ndiaye dabei.
Ein solcher Fall ist im Profifußball ungewöhnlich. Normalerweise dürfen Spieler ohne gültigen Kontrakt nicht für einen Verein auflaufen, auch nicht in Freundschaftsspielen. Dass Bayern Ndiaye dennoch einsetzt, deutet nach Lesart des kicker darauf hin, dass die Verhandlungen über einen Wechsel weit fortgeschritten sind – eine formelle Einigung aber noch aussteht. Miasanrot hatte bereits Ende Juli analysiert, dass Ndiaye als vierter Mittelfeldspieler hinter Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlović und Joao Palhinha gehandelt wird.
Ndiaye ist 22 Jahre alt und spielte zuletzt in der französischen Ligue 1. Seine Stärken liegen laut Miasanrot im Pressing und in der Balleroberung, also genau in den Qualitäten, die Kompanys System auf der Sechs und Achte verlangt. Ob er langfristig die Lücke schließen kann, die im defensiven Mittelfeld immer dann entsteht, wenn Palhinha oder Pavlović fehlen, wird die Saison zeigen.
Die Asien-Tour dient dem FC Bayern in diesem Sommer auch dazu, Talente und Kandidaten unter Wettkampfbedingungen zu beobachten. Ndiaye nutzt diese Bühne offenbar, um sich für einen Vertrag zu empfehlen. Ob der Transfer tatsächlich zustande kommt, ist laut kicker noch offen – der Einsatz in Jeju spricht jedoch dafür, dass beide Seiten ernsthaft an einer Lösung arbeiten.
Für die Bayern ist die Kaderfrage im Mittelfeld ohnehin eines der zentralen Themen vor dem Pflichtspielstart. Mit Goretzka und Gnabry als weitere Optionen ist die Breite vorhanden, die Tiefe auf der Doppelsechs bleibt aber überschaubar. Ndiaye könnte dort eine Option sein – sofern die vertragliche Seite noch geregelt wird.
